Westdeutsche Lyrik Günter Eich (1907 - 1972) Er fing an als Naturlyriker: Gedichtsband „Abgelegene Gehöfte“ (1948) - Gedanken aus der Gefangenschaft. Er experimentiert hier mit verschiedenen poetischen Formen. Sammlung „Botschaften des Regens“ (1955) - seine Dichtung als Kritik und als Herausforderung der Macht. Nach dieser Sammlung (ungefähr in den Jahren 1955 - 68) geriet Eich in eine schöpferische Krise. Seine Gedanken wurden voll komplizierter Aphorismen. Sie thematisieren das Vergebliche der Hoffnung. Hier gehört z. B. „Anlässe und Steingärten“ (1966). Für ihn ist typisch totale Abrechnung mit der Naturlyrikkonzept zugunsten eines sachlichen zynischen Stils. Nach dem 2. Weltkrieg erschien: „Ausdruck der Ratlosigkeit junger Leute“ und „Ausdruck des Lebens ohne Ideale“. Eich war auch bedeutender Hörspielautor, Begründer des poetischen Hörspiels. Er war auch ein Gründungsmitglied der Gruppe 47. Auf der letzten Tagung trug er seine neuen irritierenden Gedichte vor, die er „Maulwürfe“ nannte. Es ist eine anarchische Literatur. Er montiert da Heterogenes, Aphorismen und Banalitäten, Redewendungen, Nonsens, Sprachklischees und politische Slogans. Er war mit Ilse Aichinger verheiratet und dann lebte er in Salzburg. 50-er Jahre Es kommt zu einer neuen Bewegung auf der lyrischen Szene. Es entsteht die sog. konkrete Poesie. Konkretismus war ein formales aber auch thematisches Experiment. Die Funktion der Poesie änderte sich, es wurde ein neues Konzept versucht. Es entstanden keine Gedichte mehr, sondern nur Texte (sie wurden so genannt). Material für konkrete Poesie sind alle Bauelemente der Sprache (das Akustische war wichtig). Die Sprache wird auf ihre Grundbestandteile reduziert. Ein Laut, ein Schriftzeichen, ein Wort, eine Silbe, ... Die Texte werden poetisch konstruiert. Man kombiniert diese Grundbeziehungen der Sprache – sie treten in Beziehungen, die nicht in den Regeln der Grammatik unterworfen sind. So entstehen Lautgedichte, Buchstabengedichte oder verschiedene Konstellationen und Montagen. 4
Man unterscheidet 3 Arten der Konkreten Poesie:
1.) visuelle Poesie - es geht um die Verbindung von Poesie und bildenden Kunst. Der Text hat auch visuelle Qualitäten (ist zugleich so was als Bild)
- Vorbilder: Apollinaire, Lettrismus (in den 20-er Jahren des 20. Jhs), Lion.
- der visuelle Eindruck ist wichtig (es werden verschiedene Drucktypen verwendet)
- einzelne Laute oder Gruppen von Lauten, manchmal mit, manchmal ohne Sinn (es geht
- meistens haben sie es selbst die Autoren präsentiert.
- die Konkretisten widmeten sich meistens allen 3 Arten der Poesie - die bekanntesten
Konkretisten sind:
Deutscher Helmut Heißenbüttel (1921) - Werke: „Kombinationen“ (1954), „Topographien“ (1956), „Textbuch 1 - 6“ (veröffentlicht 1960), „Das Textbuch“ (1970) und theoretische Aufsätze und Vorlesungen sind unter dem Titel „Über Literatur“ (1966) erschienen. Schweizer Eugen Gomringer (1925) - Werke: „Konstellationen“ (1953), „33 Konstellationen“ (1960), „Das Stundenbuch“ (1965), „Worte sind Schatten“ (1960), seine Konstellationen hat er in „Manifeste und Darstellungen der Konkreten Poesie 1954 - 66“ (1966) erklärt. Die Autoren haben nach den poetischen Strukturen gesucht, die der modernen Welt (eine technisch - rationale Welt) entsprechen. Für Gomringer gilt als Modell der Flughafen mit seinem Kommunikationssystem (Prezision, Knappheit, Eindeutigkeit). Man wollte dasselbe in der Poesie machen. Sprachreduktion und rationale Kombination der Sprechzeichen: das Gedicht soll eine auf eine knappe unverhüllte Form gebrachte Information sein. Das Gedicht sollte ein funktionaler Gebrauchsgegenstand in der modernen Welt sein. Österreicher Ernst Jandl (1925) - Mitglieder der Wiener Gruppe.
- Gedichtsbände: „Laut und Luise“ (1966) - spielerische Textsammlung
- auch ein Hörspielautor, meist mit enger Zusammenarbeit mit Friderike Mayröcker