Werk: Ein immer wiederkehrendes Motiv Martin Walsers ist das Scheitern am Leben. Walsers Helden tragen meist einsilbige Nachnamen („Dorn“, „Halm“, „Zürn“, „Lach“), und sie sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen. Der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie Heinrich Böll, Peter Handke oder Siegfried Lenz) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist. Nicht vergessen werden dürfen hier Walsers Theater-Arbeiten (die Liste unten ist nicht vollständig). Gleich mit seinem ersten Stück „Der Abstecher“ sorgte er für heftige Diskussionen. Zum Beispiel, weil darin erstmals eine Bühnenfigur Umgangsdeutsch sprach, aber auch wegen der unverhohlenen Kritik an 8 gesellschaftlichen Missständen. Werke: Ein Flugzeug über dem Haus (1955); Ehen in Philippsburg (1957); Halbzeit (Walser) (1960); Der Abstecher, Schauspiel (1961); Eiche und Angora Drama (1962); Die Zimmerschlacht, Schauspiel (62/63 und 1967); Überlebensgroß Herr Krott, Requiem für einen Unsterblichen (1964); Lügengeschichten (1964); Das Einhorn (1966); Wir werden schon noch handeln (Der schwarze Flügel), Schauspiel (1968); Heimatkunde (Martin Walser), Aufsätze und Reden (1968); Die Gallistl'sche Krankheit (1972); Der Sturz (Martin Walser) (1973); Das Sauspiel Drama (1975); Jenseits der Liebe (1976); Ein fliehendes Pferd Novelle (1978); Seelenarbeit (1979); Das Schwanenhaus (1980); Selbstbewußtsein und Ironie Vorlesungen (1981); Brief an Lord Liszt (1982); Ein fliehendes Pferd, Schauspiel (1985); Brandung (1985); Der Halbierer (1985); Dorle und Wolf (Novelle, 1987); Jagd (1988); Nero läßt grüßen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser (Monodrama, 1989); Über Deutschland reden (1989); Die Verteidigung der Kindheit (1991); Ohne einander (1993); Kaschmir in Parching (1995); Finks Krieg (1996); Ein springender Brunnen (1998); Der Lebenslauf der Liebe (2000); Tod eines Kritikers (2002); Der Augenblick der Liebe (2004); Die Verwaltung des Nichts, Aufsätze (2004); Leben und Schreiben - Tagebücher 1951-1962 (2005)