Herbst 1956 - Aufstand in Ungarn (Budapest), wurde von Sowjets unterdrückt (Ende des Liberalismus) und viele Persönlichkeiten wurden verhaftet. Walter Janka war im Exil in Mexiko, kehrte zurück und wurde der Direktor des größten Verlags der DDR „Aufbauverlag“. Es gab inszenierte Prozesse - Schauprozesse, alle Bedeutenden der DDR sollten dabei sein. Es war vom Westen sehr kritisiert. Anna Seghers war auch dabei, sie reagierte auf das Ganze mit Erzählung, die erst nach 1989 veröffentlicht wurde. In der DDR herrschte die Atmosphäre der Angst. Bis 1961 war die Grenze ziemlich offen, jeder konnte DDR verlassen, er haben auch Millionen gemacht. Es blieben solche, die bleiben wollten. Viele glaubten, in der DDR wird besser. Die Verhaftungen waren nicht selten: Horst Bienek - war ein Brecht-Schüler, wurde auf einmal verhaftet gegen Diskurs über Formalismus, musste etliche Jahre in Sibirien verbringen. Er schrieb ein Buch darüber: „Die Zelle“. Nach der Rückkehr lebte er in der BRD. Das verstärkte auch die Zensur in der DDR. (jedes Buch mit 100 und mehr Exemplaren brauchte Druckgenehmigung). 1961 wird die Mauer gebaut und die Lage änderte

sich. Über die Mauer gab es 2 Meinungen:

1.) Schriftsteller im Westen (z. B. Günter Gras) schrieben einen offenen Brief, dass die Schriftsteller protestieren sollen. In der DDR gab es keinen Protest. 2.) Meinung - 1961 - inzwischen war in der Literatur viel los. Es tauchte das Problem der Literatur: was zu schreiben ist und wie man es schreiben soll. Man hat ein Thema gefunden: Kampf gegen Faschismus – immer wieder, wie z. B. bei Bruno Apitz (1900 - 1979) und sein Roman „Nackt unter Wölfen“ (1958). Bruno Apitz überlebte 8 Jahre im KZL im Buchenwald, dort spielt sein Roman. Er erzählt von einem jüdischen Kind, dass im KZL versteckt wird. Die Darstellung der kommunistischen Häftlinge, die für das Kind sorgen, und der faschistischen 18 Befehlshaber ergibt für den Roman eine Mischung aus fast sentimentaler Phantasie und erschreckendem Tatsachenbericht. Das Buch war ein außerordentlicher Erfolg. Die DDR-Behörden verlangten, dass sich die Schriftsteller der Gegenwart widmen. Viele versuchten es, nur wenigen gelang es. Meistens waren die Werke sehr schematisch. Man ging so weit, dass ein Brief organisiert wurde (von Oben), wo die Arbeiter an die Schriftsteller geschrieben haben. Darüber wurde viel diskutiert, das führte zu nichts. 1959 fuhren die Autoren des mitteldeutschen Verlags in Halle nach Bitterfeld zu einer Konferenz. Es waren nur wenige damalige prominente Autoren. Bei dieser Konferenz hielt W. Ulbricht eine Rede unter dem Motto „Greif zu Feder, Kumpel!“. Die Autoren sollten in die Fabriken gehen, es anschauen und darüber zu schreiben. Sie haben es gemacht, Ergebnis: gute Werke waren so wahr, authentisch, dass sie verboten wurden. Man hat gesagt, die Soldaten, Arbeiter, Bauer sollten selbst über sich schrieben. In jedem Betrieb wurden die Zirkel der Schreibenden organisiert, diese Zirkel wurden von namhaften (berühmten) Schriftstellern betreut, wurden dafür bezahlt. Die ganze Bewegung war widerspruchsvoll. Kein guter Schriftsteller wurde auf diese Weise entdeckt. Die ganze Bewegung wurde dann verspottet und es wurde Bitterfelderweg genannt. Nach dem Krieg hat sich junge Schriftstellergeneration gebildet. Die war interessant. Es war schon 20 - 30 Jahre nach dem Krieg. Das Gemeinsame: am 2. Weltkrieg nahmen sie Teil als Hitlersoldaten. Manche waren gegen Krieg, sie hatten dann Schwierigkeiten. Viele waren nach dem Krieg in der sowjetischen Gefangenschaft. Nur wenige von der DDR-Literatur sind zur Weltliteratur geworden. Diese Literatur wurde für den Westen erst später interessant. Im Osten hatte man kein großes Interesse > Künstliche Hindernisse: z. B. der Einfuhr der DDR-Filme in BRD war verboten. Im Westen erschienen nur Sachen, die die DDR kritisiert hatten. Es waren Bestandteile des kalten Krieges. Man kannte von der Literatur des Westen im Osten nichts und umgekehrt.