Siegfried Lenz (1926) Der bekannteste (auch bei uns) und politisch engagierter Dichter. In seinem Schaffen ist immer das Thema von Verarbeitung der Kriegs- und Nachkriegszeit. Beispiel: „Es waren Habichte in der Luft“ (1951) - Erlebnisse eines 17-jährigen Notabiturienten, der zur Marine eingezogen wird und sich kurz vor Kriegsende in den Wäldern Dänemarks versteckt. Erzählungsband „So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten“ (1955) „Stadtgespräch“ (1963) - eine existenzialistische Geschichte aus Norwegen aus der Zeit, als die Stadt okkupiert war.
Wichtige Romane:
„Deutschstunde“ (1968) - wird aus der Sicht eines Jungen erzählt. Er heißt Sigi Jepsens, er ist Zögling in einer Besserungsanstalt und er schreibt einen Ansatz in der Schule: Die Freuden der Pflicht. Daraus wird ein Aufsatz über unbewältigte deutsche Vergangenheit. Er fängt an sich zu erinnern, an seinen Vater (Polizist), Nachbarn war Maler (express. Maler Nolte), der nicht malen durfte. Sigi sollte aufpassen, ob er malt. Sie sind befreundet (er malt trotzdem). Dilemma: was soll der Polizist machen? Schließlich gibt er ihn an. „Heimatmuseum“ (1978) - Erinnerungen an Autors (an Masurischen Seen geboren) Kindheit und Jugend „Exerzieplatz“ (cvičisko > vojna > myslené militaristicky) (1985) - vom Osten kommen nach Deutschland 2 Menschen: ein fanatischer Förster und sein Knecht Bruno. Bruno hat seinem Herrn einmal Leben gerettet, aber er wurde am Kopf verletzt. Diese 2 kaufen einen Exerzierplatz und wollen dort Wald machen. Es gelingt. Am Ende sterben beide. Es geht um einen Ausweg aus der Fatalität der Geschichte in eine konkrete realisierbare Utopie. Martin Walser (1927) Autor hat mit dem Schreiben in den 50-er Jahren angefangen. Seine Werke stehen für Hinwendung zum Individuum, zum Psychologismus, zu Privatem in der Literatur. Typisch ist Psychologisierung des Erzählens: Beispiel ist das Werk „Die Ehen von Philippsburg“ (1957) - mit vielen Skandalen verbunden (z. B. Abtreibung 12 wurde dargestellt) Eine Art Romantrilogie (in allen drei Romanen spielt Protagonist Anselm Kristlein): umfangreicher Ich- Roman „Halbzeit“ (1960), „Das Einhorn“ (1966) und „Der Sturz“ (1973). Der Protagonist ist ein Handelsvertreter, der sich vom Werbefachmann zum Schriftsteller emporarbeitet. Anselm wird als Symbolgestalt, die für die Aufsteigergeneration deutscher Nachkriegszeit, verstanden. Kritik sieht diese Trilogie als heftig umstritten. Mit der Nazivergangenheit beschäftigt er sich in Dramen „Eiche und Angora“ (1962) und „Der schwarze Schwan“ (1964) - Protest auch gegen den Krieg in Vietnam. Mit seinem Werk „Ein Fliehendes Pferd“ (1978), „Das Schwanenhaus“ (1980) und „Brandung“ (1985) wurde er zu einem populären und viel gelesenen Autor. Er war mehrmals an den Unis in England und USA tätig. Zeitroman „Die Verteidigung der Kindheit“ (1991) - keine NK-Literatur, von der Kritik wird dieser Epochenroman als der Roman der diesen Nachkriegsgeschichte .... gefeiert. Die Hauptperson Alfred Dorn, geboren 1929, überlebt Bombardierung Dresdens, studiert dann Jura in Leipzig, versagt aber in der obligaten Gesellschaftstheorie. Er macht dann sein Examen in Westberlin und stirbt 1987 im Wiesbaden als Verwaltungsjurist. Warum wurde dieser Roman so gefeiert? Er zeigt ein deutsches Schicksal, das nicht die großen politischen Ereignisse der Jahre erzählt, sondern zeigt, wie das Individuum von den verschiedenen Gesellschaftssystemen bestimmt wird. Die Geschichte ist hier gezeigt als Scheitern eines Ichs (eines Individuums). So scheitert auch Alfred an dem Projekt, seine Kindheit museumsreif (inneres Museum) zu rekonstruieren, um dadurch seiner Mutter ein Denkmal zu setzen. Das Private und das Politische werden hier zusammengemischt. Am Ende ist es schwer zu entscheiden, ob Dorn nur ein pathologischer Fall ist, oder sein Lebensentwurf in keinen der beiden deutschen Teilstaaten passt. (pathologischer Fall: er würde so wie so scheitern, überall, wo er gelebt hätte)
60-er Jahre:
Es kommt zu einer politischen, aber auch ästhetischen Differenzierung. Die einen Autoren bleiben nonkonformistische Autoren, es entstehen aber auch neue Initiative, andere Kontexte. Im Jahr 1961 entstand in Dortmund eine Arbeitsgemeinschaft von Autoren, die sich vornahm, die industrielle Arbeitswelt auch in der Literatur darzustellen, so entstand die Gruppe 61. Ein Programm gab sich die Gruppe erst 1963. Es hatte 3 Schwerpunkte,
die für große Auseinandersetzungen sorgten:
1.) Unabhängigkeit ohne Rücksicht auf Interessengruppen 2.) Berücksichtigung der Thematik Arbeitswelt 3.) Individuelle Sprache und Gestaltung Im Jahr 1972 löste sich die Gruppe 61 auf. Ihr Verdienst ist das Thema Arbeitswelt für die Literatur gemacht zu haben. Im ganzen Bundesrepublik bildeten sich so genannte Werkstätten, die eine entscheiden antibürgerliche dokumentarische Literatur produzieren wollte. Die Texte wurden nicht von einem individuellen Schriftsteller hergestellt, sondern von einem Werkstattkollektiv. Es gab einen Austausch zwischen schreibenden Autoren und literarisch geschulten Akademikern. Der bekannteste Vertreter der Gruppe 61 wurde Max von der Grün (1926) – sein bekannter Roman „Irrlicht und Feuer“ (1963) spielt im Milieu der Werkarbeiter des Ruhrgebiets und ist eines der wichtigsten Werke, die aus diesem Kreis hervorgingen.